Ölförderung war an anderen Orten mit massiven Verletzungen der Menschenrechte verbunden, z.B. im benachbarten Niger-Delta. Im Tschad sollte das alles anders werden. Sagten Weltbank, Regierungen, das Konsortium und viele engagierte Menschen weltweit. In Deutschland taten sich seit 1997 etwa 20 Organisationen zur Arbeitsgruppe Erdölprojekt Tschad/Kamerun zusammen. Gemeinsam mit den Menschen im Tschad wollten sie dafür sorgen, dass die Ölförderung im Tschad unter sozial und umweltverträglichen Bedingungen erfolgt.
2008 hat sich die Weltbank nun aus dem Projekt zurück gezogen. Wir haben Recht behalten. Leider. Die Erdölförderung bringt der Bevölkerung keine Entwicklung. Sie sind zum Teil noch ärmer. Die Enteignungen von Land, auf dem Erdölbrunnen gebohrt wurden, wurden häufig nicht korrekt entschädigt. Geblieben sind Umweltschäden.
Geblieben sind auch die Menschenrechtsverletzungen. Es gibt derzeit keinen Frieden im Tschad. Damit sich für die Bevölkerung etwas ändert, setzen sich tschadische Aktivisten vor Ort für den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt, für Frieden und Entwicklung ein. Rohstoffe können zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. In einer friedlichen und demokratischen Gesellschaft. Wir Mitglieder der AG Tschad unterstützen sie dabei.
Letztes Update ( Thursday, 04 February 2010 )
Unsere Forderungen
Geschrieben von Redaktion
Erdölförderung muss nicht zu Krieg und Zerstörung führen!
Damit sie zur Entwicklung beiträgt fordern
wir von den Verantwortlichen, dass:
· die Erdöleinnahmen in transparenter und nachhaltiger Weise für die
Entwicklung des Landes und zur Armutsbekämpfung verwendet werden.
· die direkt Betroffenen in Planung und Durchführung einbezogen
werden.
· die Menschen der Erdölregion nicht ausschließlich als Risikofaktor
betrachtet werden.
· die Betroffenen direkt mit den Akteuren der Erdölprojekte verhandeln
können.
· die Entschädigungen Einkommen schaffen und nachhaltig sind.
· Entscheidungen auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft werden können.
· effektive Maßnahmen gegen die Ausbreitung von HIV/Aids ergriffen
werden
· die multinationalen Konzerne einklagbare Normen einhalten müssen.
Was sollte die Weltbank tun?
·Die Ergebnisse der Endevaluation des Projektes den Bevölkerungen
in Tschad und Kamerun vorstellen.
·Ihre Strategien für die künftige Arbeit der Bank in
Tschad und Kamerun vorstellen.
·Druck auf den Innenminister des Tschad ausüben, damit
der Workshop in Doba stattfinden kann, um ein neues Vergabemodell für die
Verwendung der Erdöleinnahmen zu diskutieren.
·Keine Projekte im Öl- und Gassektor und im Bergbau
finanzieren, bei dem die gute Regierungsführung auf nationaler Ebene nicht
gegeben ist.
·Ihre Vergabepraxis an die Bedingungen des Klimawandels
in einem ökologisch fragilen System wie dem Sahel anpassen. Erneuerbare
Energien statt fossiler Brennstoffe fördern.
Was sollte die Europäische Union
tun?
Die EU sollte die Zivilgesellschaft unterstützen,
damit das nationale Überwachungsgremium zur Verwendung der Erdöleinnahmen des
Weltbankprojektes (collège de contrôle) komplementär zur Struktur der
internationalen Transparenz-Initiative EITI arbeiten kann. Tschad ist das
einzige Land weltweit, dass über solch eine Struktur verfügt, die die
Ausgabenseite überwacht.
Druck auf den Innenminister des Tschad ausüben,
damit der Workshop in Doba stattfinden kann, um ein neues Vergabemodell
für die Verwendung der Erdöleinnahmen zu diskutieren.
Eine Stellungnahme der Europäischen
Investitionsbank zur Evaluation des Projektes durch die Weltbank anfragen.
Sich für die Aufhebung der Pressezensur im Tschad
einsetzen Ein erster Schritt zur Schaffung eines demokratischen Umfeldes
auf dem Weg zu den Wahlen wie ihn das Friedensabkommen mit der politischen
Opposition vom 13. August 2007 vorsieht.
Die EU muss einen
regionalen und ausdrücklich politischen Ansatz entwickeln, um auf die
humanitäre und politische Krise in Osttschad, Darfur und der
Zentralafrikanischen Republik zu reagieren.
Fragen Sie bei den Akteuren nach!
· Entwicklungshilfeministerium (BMZ):
· Weltbank:
(in englischer Sprache)
· ESSO Deutschland, Kapstadtring 2, 22297 Hamburg, per E-Mail über die Webseite www.esso.de
Lassen Sie sich nicht mit Propaganda abspeisen. Unsere Informationen sind überprüft. Wir stehen in ständigem Kontakt mit unseren Partnern vor Ort. Experten reisen regelmäßig in die Region.